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Die Lebenszeit, während der die Menschen sich fortzupflanzen vermögen, nennt man die Periode der Fortpflanzungsfähigkeit 1 oder das fortpflanzungsfähige Alter 1 bzw. auf die Frauen bezogen die Periode der Gebärfähigkeit 1 oder das gebärfähige Alter 1 Die Fähigkeit zur Fortpflanzung stellt sich während der Reifungsphase der Geschlechtsorgane, die Pubertät 2 heißt, ein. Bei der Frau steht die Fähigkeit zur Fortpflanzung in engem Zusammenhang mit der Menstruation 3, dem periodischen Eintreten der Regelblutung 4 der Monatsregel 4. Die erste Regelblutung kennzeichnet die Menarche 5 (Beginn der Regelblutungen) und die letzten führen während des Klimakteriums 6 (Wechseljahre) schließlich zur Menopause 6 (Beendigung der Regelblutungen). Praktisch läßt man das gebärfähige Alter durch Übereinkunft entweder mit 15 Jahren beginnen oder mit dem Ehemündigkeitsalter (504-1) und beim Alter der Frau von 45 oder 50 Jahren enden. Das zeitweilige Ausbleiben der Regelblutung nennt man generell, auch bei pathologischen Gründen, Amenorrhoe 7 (Ausbleiben der Regelblutung) und speziell infolge einer eingetretenen Schwangerschaft Schwangerschaftsamenorrhoe 8 bzw. diejenige nach der Entbindung Post-partum-Amenorrhoe 9 (Nachgeburtsamenorrhoe).

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Die Fähigkeit eines Mannes, einer Frau oder eines Paares, ein lebendgeborenes Kind hervorzubringen, ist die Fortpflanzungsfähigkeit 1 (biologische Fruchtbarkeit). Das Fehlen dieser Fähigkeit nennt man Sterilität 2. Die Empfängnisunfähigkeit 3 und Zeugungsunfähigkeit 10★ sind wichtige, jedoch nicht die einzigen Gründe für Sterilität. Je nachdem, ob die Sterilität zeitweilig sich zeigt oder endgültig ist, unterscheidet man die zeitweise Empfängnisunfähigkeit 4 bzw. die zeitweise Sterilität 5 von der dauernden (vollständigen) Empfängnisunfähigkeit 6 bzw. der dauernden (vollständigen) Sterilität 7. Bei Frauen handelt es sich um primäre (totale) Sterilität 8, sofern die Frau niemals fähig war, ein Kind zu empfangen, und um sekundäre Sterilität 9, wenn diese Unfähigkeit erst nach der Geburt eines oder mehrerer Kinder auftritt.

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Der Begriff zeitweise Sterilität (621-5) findet bisweilen auch dann Anwendung, wenn eine solche Empfängnisunfähigkeit der Frau überhaupt nicht pathologisch ist. Frauen haben während des Monatszyklus 2, des Menstruationszyklus 2, Zeiten der Empfängnisunfähigkeit 1 weil eine Empfängnis generell nur wenige Tage um die Zeit des Eisprungs 3, der Ovulation 3, möglich ist. Die Zeit der Empfängnisunfähigkeit, die sich vom Zeitpunkt der Empfängnis (602-1) für die Dauer der Schwangerschaft und nach der Entbindung bis zum Wiedereinsetzen der Ovulation erstreckt und dabei von der Dauer des Stillens 4 beeinflußt wird, wird insbesondere in mathematischen Modellen zur Reproduktion als nichtempfängnisbereite Periode 5 bezeichnet. Auch das Auftreten anovulatorischer Zyklen 6 (Monatsperioden ohne Eisprung) oder unnormale Amenorrhoen werden begrifflich der zeitweisen Sterilität zugeordnet. Die verminderte Fortpflanzungsfähigkeit 7, Subfekundität 7, gibt es in verschiedenen Altersgruppen. Bei sehr jungen Menschen sollte nicht von jugendlicher Sterilität 8, sondern besser von verminderter Fortpflanzungsfähigkeit Jugendlicher 8 gesprochen werden.

  • 5. Die Periode zwischen Entbindung und Wiedereinsetzen der Ovulation wird oft als Post-partum-Sterilität bezeichnet.

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Werden die Begriffe Fruchtbarkeit 1 und Sterilität 2 nicht auf die Fortpflanzungsfähigkeit bezogen, sondern, wie es in der Demographie noch oft üblich ist, auf die Geburtenhäufigkeit (siehe hierzu 601) und Kinderlosigkeit 2, so bringen sie zum Ausdruck, daß es im Beobachtungszeitraum Fortpflanzung gab oder nicht. Dauernde endgültige Kinderlosigkeit 4 kann sich ab einem gewissen Alter oder ab einer bestimmten Ehedauer bis zum Ende des gebärfähigen Alters erstrecken. Beruht die fehlende Fortpflanzung auf der Willensentscheidung des Paares (503-8), überhaupt keine Kinder zu haben, so handelt es sich um freiwillige Kinderlosigkeit 5.

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Die Geburtenhäufigkeit der Paare (503-8) hängt von ihrem generativen Verhalten 1 ab. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang Geburtenplanung betreibende Paare 2, planende Paare 2, die versuchen, die Anzahl und das Spacing (612-1 *) von Geburten zu bestimmen, von den nicht Geburtenplanung betreibenden Paaren 3, nicht planenden Paaren 3. Familienplanung 4 hat, da es auch das Spacing (612-1 *) umfaßt, einen breiteren Bedeutungsinhalt als Begrenzung der Kinderzahl 4, womit nur die Bemühungen, die gewünschte Kinderzahl 5 nicht zu überschreiten, gemeint sind. Ausdrücke wie Geburtenkontrolle 6, Geburtenbeschränkung 6, Geburtenverhütung 6 sind weitere, synonyme Begriffe, die sich auf das Bemühen der Paare, nicht nur der verheirateten, beziehen, die Zahl der Geburten zu planen.

  • 5. Als ungewünschte Geburten werden jene bezeichnet, die nach Erreichen der gewünschten Kinderzahl noch geboren werden. Sie sind begrifflich von ungeplanten Geburten zu unterscheiden, die sich zu einem nicht beabsichtigten Zeitpunkt ereigneten.

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Familienplanung beinhaltet den Gedanken der verantwortungsvollen Elternschaft 1, der verantwortlichen Planung der Elternschaft 1, d.h. das Bemühen, Anzahl und Spacing von Geburten in bestmöglichen Einklang mit den Interessen jeden Paares oder der Gesellschaft zu bringen. Die von einem Paar gewünschte Kinderzahl (624-5) oder erwartete Kinderzahl kann von der idealen Kinderzahl 2 abweichen, die dieses Paar anläßlich einer Befragung nennt. Die gewünschte Kinderzahl und das Spacing der Geburten können wegen Planungsfehlern 3 überschritten werden. Deren Häufigkeit hängt von der Verhütungseffizienz 4 ab, die zwei Aspekte hat. Die theoretische Verhütungseffizienz 5 gibt an, wie verläßlich eine Methode bei genauer Beachtung aller Anweisungen ist. Die praktische Verhütungseffizienz 6 mißt die Zuverlässigkeit beim alltäglichen Gebrauch in einer bestimmten Bevölkerung. Unter Bezugnahme auf den Begriff der residuellen Empfängniswahrscheinlichkeit (638-7) wird sie gewöhnlich mittels der Ziffer der Planungsfehler 7 gemessen, indem die Anzahl ungewünschter Empfängnisse zur Zeitdauer unter Empfängnisrisiko (613-1) in Beziehung gesetzt wird.

  • 4. Nicht zu verwechseln mit der demographischen Effizienz eines Familienplanungsprogramms (siehe 626-7).

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Ein Familienplanungsprogramm 1 hat die Aufgabe, Methoden der Empfängnisverhütung (627-1) in einer Gruppe von potentiellen Anwendern 2, auch Zielbevölkerung 2 genannt, bekannt zu machen und zu verbreiten. Ein Arbeitsteam für die Feldarbeit 3 (u.a. Werbung, Motivation und Verteilung 3) versucht, diese Bevölkerung zu erreichen und von der Familienplanung zu überzeugen. Der Erfolg des Programms kann mittels des Anteils der Neuanwender 4, der Beteiligungsquote 4 in der Zielbevölkerung gemessen werden. Für die Neuanwender wird außerdem die Weiterbeteiligungsquote 5 nach Ablauf einer gewissen Zeit und der Komplementärwert, die Abbrecherquote 6 oder drop-out-Quote 6 berechnet. Schätzungen der Anzahl und des Anteils vermiedener Geburten 7 zeigen die demographische Effizienz (625-4*) des Programms. Die Verbreitung von Empfängnisverhütung in einer Bevölkerung wird mittels der Anwenderquote 8, der Quote der kontrazeptiven Beteiligung 8 in einer relevanten Gesamtheit, wie Frauen im gebärfähigen Alter, geschätzt.

  • 6. Es handelt sich hier um die drop-out-Quote der Beteiligung an Familienplanung. Zu einer anderen Verwendung im Zusammenhang mit Bildungsbeteiligung siehe 347-2.
  • 8. Spezielle Erhebungen über Kenntnis (knowledge), Einstellungen (attitudes) und Anwendung (practice) von Empfängnisverhütung werden oft in Abkürzung der englischen Begriffe KAP-Studien genannt.

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Unter Empfängnisverhütung 1 Kontrazeption 1 versteht man die Anwendung von Methoden zur Verhinderung einer Empfängnis (602-1) als Folge von Geschlechtsverkehr 2 (Koitus, Kohabitation). Der Begriff beinhaltet auch die kontrazeptionelle Sterilisation (631-1). Methoden der Geburtenkontrolle 3 ist ein weitergehender Begriff als Methoden der Empfängnisverhütung 3, der Kontrazeption 3, da er auch die Abtreibung (604-2) einschließt. Die Enthaltsamkeit 4 (Abstinenz), insbesondere die periodische Enthaltsamkeit (628-4), zählt zu den Methoden der Empfängnisverhütung.

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Gelegentlich gliedert man die Methoden der Empfängnisverhütung (627-3) in Methoden mit Hilfsmitteln 1 und Methoden ohne Hilfsmittel 2. Eine wichtige Methode der Empfängnisverhütung ohne Hilfsmittel ist der Coitus interruptus 3, eine andere die Rhythmusmethode 4 oder Knaus-Ogino-Methode 4, welche auf periodischer Enthaltsamkeit 4 an den empfängnisfähigen Tagen der Frau beruht und stattdessen die sicheren Tage 5 (Periode geringer Empfängniswahrscheinlichkeit) nutzt. Sie wird zur Basaltemperaturmethode 6, wenn die Frau durch regelmäßiges Temperaturmessen die sicheren Tage ermittelt.

  • 4. Als Oberbegriff für die Rhythmusmethode, die Basaltemperaturmethode und andere Techniken zur Bestimmung der Zeit des Eisprungs, wie neuerdings die Kontrolle des Cervixschleims, hat sich der Ausdruck natürliche Familienplanungsmethoden durchgesetzt.

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Methoden mit mechanischen und chemischen Hilfsmitteln, die allein oder kombiniert angewendet werden, sind das Präservativ 1 oder Kondom 1 das Pessar 2, das Diaphragma 3, der Scheidenschwamm 4 Gelees 5, Zäpfchen 6, Schaumtabletten 7 und die Dusche 8, Spülungen 8 mit oder ohne Spermicide 9, samentötende Mittel 9. Außerdem gibt es verschiedene Arten des Intrauterinpessars 10, abgekürzt als IUD 10 bekannt, darunter die Spirale 10, das Kupfer-T 10 usw..

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Die heute gebräuchlichste Methode mit Hilfsmitteln sind die oralen Kontrazeptiva 1 die oralen Verhütungsmittel 1. Die Wirkung der hormonalen Empfängnisverhütung 2 oder der Empfängnisverhütung durch Steroide 3 beruht auf der Verhinderung des Eisprungs (622-3) durch die regelmäßige Einnahme der sogenannten Pille 4 oder auf Injektionen (Spritzen) oder Implantationen (Einpflanzungen).

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Die Sterilisierung 1 erfolgt i.d.R. durch chirurgischen Eingriff: beim Mann durch Vasektomie 2 (Samenleiterdurchtrennung) und bei der Frau durch Tubenligatur 4 (Eileiterdurchtrennung), durch Salpingektomie 5 (Entfernung des Eileiters) oder durch Hysterektomie 6 (Entfernung der Gebärmutter).

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