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Die Ehelichkeit 1 Legitimität 1 einer Geburt (601-3) richtet sich nach dem juristischen Charakter der Verbindung (501-3), der sie entstammt. Um ein eheliches Kind 2 handelt es sich im Prinzip dann, wenn es während der Ehezeit seiner Eltern (112-2) empfangen (siehe 602-1) wurde. In der Praxis richtet sich die Einteilung der Geburten in eheliche Geburten 3 und nichteheliche Geburten 4, uneheliche Geburten (A) 4, außereheliche Geburten (CH) 4 im allgemeinen nach dem Familienstand der Mutter zur Zeit der Entbindung (603-4) bzw. - bei Kindern, die nach einer Ehelösung (510-3) geboren werden - zur Zeit der Empfängnis (602-1). Es ist allgemein üblich, Kinder aus vorehelicher Empfängnis 5, d.h. die vor der Eheschließung empfangen wurden, als ehelich zu bezeichnen, sofern die Eltern vor der Niederkunft geheiratet haben. Das nichteheliche 6, uneheliche (A) 6, außereheliche (CH) Kind 6 kann durch eine spätere Eheschließung seiner Eltern legitimiert 8 werden. Die Bedingungen und Auswirkungen der Legitimierung 9 sind von Land zu Land unterschiedlich. Dabei kann das Kind rechtlich teilweise oder völlig dem ehelichen Kind gleichgestellt werden. Ähnliche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Anerkennung 7 des nichtehelichen Kindes.

  • 1. In der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich gilt ein Kind, das nach Eingehen der Ehe oder bis zu 302 Tagen nach Auflösung der Ehe geboren wird, unbeschadet der Möglichkeit einer späteren Anfechtung (siehe 610-7*) der Ehelichkeit, als ehelich.
  • 4. u. 6. In der Schweiz (neues Kindsrecht ab 1. Januar 1978) sind die Bezeichnungen eheliche und außereheliche Kinder aufgehoben und durch die Begriffe Kinder verheirateter Eltern und Kinder unverheirateter Eltern ersetzt worden; in der schweizerischen Statistik werden jedoch die alten Bezeichnungen weiterverwendet.
  • 7. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Anerkennung eines nichtehelichen Kindes durch den Vater ein einfacher Verwaltungsakt. Wird die Vaterschaft allerdings bestritten, so bedarf es einer Anfechtung vor Gericht. Seit 1969 gilt das nichteheliche Kind als mit dem Vater verwandt, d.h. es ist erbberechtigt. Es ist dem ehelichen Kind jedoch nicht gleichgestellt, da der Vater nicht sorgeberechtigt ist und da die Unterhaltszahlungen niedriger sind.
  • 9. Durch die Legitimierung gilt das Kind als ehelich.

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In der Statistik der Geburten (601-3) nach der Geburtenfolge (201-6) kann die Ordnungsnummer der Geburt 1 Ordnungszahl der Geburt 1 der Rang der Geburt 1 auf unterschiedliche Weise definiert sein. So kann man entweder nur die Kinder aus bestehender Ehe 2 (aus jetziger Ehe) oder alle bisher geborenen Kinder der Frau 3 unter Einbeziehung oder Vernachlässigung der Totgeborenen (411-5*) berücksichtigen. Man ersetzt die Ordnungsnummer der Geburt bisweilen durch die Ordnungsnummer der Niederkunft 4, wobei es bei Mehrlingsgeburten (606-2) zu Abweichungen kommt, oder durch die Ordnungsnummer der Schwangerschaft 5, wenn Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche (§604) mitgezählt werden. Aus medizinischer Sicht sind die Ordnungsnummern der Niederkunft und der Schwangerschaft von besonderem Interesse: Man bezeichnet eine Frau, die noch nie schwanger war, als nulligravida 6, eine Frau, die zum ersten Mal schwanger ist, als primigravida 7 und schließlich eine Frau, die zum zweiten oder weiteren Male schwanger ist, als multigravida 8. Nach ihrer Parität 9 teilt man die Frauen ein in nulliparae 10, solange sie noch nie niedergekommen sind, in Erstgebärende 11, primiparae 11, ab der ersten Entbindung und in Mehrgebärende 12, multiparae 12, ab der zweiten Entbindung. Die Demographen haben die Bedeutung des Begriffs Parität 9, der sich eigentlich an der bevorstehenden Niederkunft orientiert, insofern erweitert, als damit frühere Niederkünfte, eigentlich aber die Anzahl der von einer Frau geborenen Kinder gemeint sind, wobei die Totgeborenen meist nicht mitgerechnet werden. Auf diese Weise kann man Frauen anstelle von „nach der Anzahl der Kinder, die sie geboren haben” sprachlich einfacher „nach der Parität” einteilen.

  • 9. Parität ist von dem lateinischen Verb parere = gebären abgeleitet. Während Parität ein Merkmal der Mutter ist, ist Ordnungsnummer, Ordnungszahl oder Rang (611-1) (das wievielte Kind?) ein Merkmal des Kindes.

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Untersuchungen über Geburtentiming 1 befassen sich mit der Länge von Geburtenabständen 2, Geburtenintervallen 2. Hierbei unterscheidet man den Abstand der Erstgeburt von der Eheschließung 3 (Dauer zwischen Eheschließung und Erstgeburt) und Geburtenintervalle 4, mit denen der Geburtenabstand von einer vorangegangenen Geburt gemessen wird. Der Abstand zwischen einer Geburt und einem bestimmten Datum, z.B. einer Volkszählung (202-1) oder einer Erhebung (203-4) wird offenes Geburtenintervall 5 genannt. Ein Geburtenabstand, der vor einem solchen Stichtag begonnen hat und danach abgeschlossen wird, heißt gegrätschtes Geburtenintervall 6. Auch der Abstand zwischen Eheschließung und der n-ten Geburt 7 ist bei Studien zum Geburtentiming von Interesse; er entspricht der Ehedauer bei der n-ten Geburt 7.

  • 1. Der englische Ausdruck hat sich eingebürgert. Oft spricht man in diesem Zusammenhang auch von Geburtenspacing, meint damit aber eher die bewußte Planung von Geburtenabständen.
  • 3. Zur sprachlichen Vereinfachung kann man auch erster Geburtenabstand sagen. Der zweite Geburtenabstand wäre dann der zwischen erster und zweiter Geburt, usw.
  • 5. Entsprechend heißen alle erhobenen Geburtenabstände geschlossene Geburtenintervalle.

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Zum Studium der Zeiten unter Empfängnisrisiko 1 (exposure-to-risk-Zeiten) ist es notwendig, Schwangerschaftsintervalle 2 in die Betrachtung einzubeziehen. Der Abstand zwischen Eheschließung und dem Beginn der ersten Schwangerschaft heißt erster Schwangerschaftsabstand 3 (Dauer bis zur ersten Schwangerschaft) und entspricht der Ehedauer bis zur ersten Schwangerschaft 3. Beim Abstand zwischen dem Ende einer Schwangerschaft und dem Beginn der nächsten handelt es sich um weitere Schwangerschaftsintervalle 4 (Abstände zwischen den Schwangerschaften). Werden Zeiten, in denen die Frau keinen Geschlechtsverkehr hatte, abgezogen, erhält man Nettoschwangerschaftsintervalle 5. Den Zeitabstand zwischen der letzten Schwangerschaft und dem Stichtag einer Erhebung bezeichnet man als offenes Schwangerschaftsintervall 6.

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