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Stichprobenverfahren 1 werden verwendet, um Informationen über eine Gesamtheit (Grundgesamtheit, 101-3) aus der Beobachtung lediglich eines Teiles der Gesamtheit, genannt Stichprobe 2, zu gewinnen. Diejenigen Elemente 3, Einheiten der Grundgesamtheit 3, die in die Stichprobe aufgenommen werden, erhalten die Bezeichnung Stichprobeneinheit 4 Untersuchungseinheit 4. Dieser Begriff braucht mit dem der Auswahleinheit 4 nicht identisch zu sein (z.B.: Stichprobeneinheit: Person, Auswahleinheit: Haushalt). Die Auswahl erfolgt nach einem Stichprobenplan 5.

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Man spricht von einer Zufallsstichprobe 1 wenn die Auswahleinheiten durch eine Zufallsauswahl 2 bestimmt (ausgelost) werden. Die Auswahlgrundlage 3 besteht aus einer Datei (Liste, Kartei o.ä.), in der die Auswahleinheiten (160-4) vollzählig nur einmal verzeichnet sind. Bei der einfachen Zufallsstichprobe 4 hat jede Einheit dieselbe, durch den Auswahlsatz 5 bestimmte Chance, gezogen zu werden. Bei der systematischen Stichprobe 6 werden die Einheiten systematisch ausgewählt 7, d.h. in gleichen Abständen aus einer durchnumerierten Auswahlgrundlage gezogen, wobei die erste Einheit zufällig bestimmt wird. Bei der Klumpenstichprobe 8 werden die Auswahleinheiten nicht individuell, sondern in Klumpen 9 (Gruppen mit vorbestimmter Eigenschaft oder Zahl) ausgewählt.

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In einer geschichteten Zufallsstichpröbe 1 wird die Grundgesamtheit in mehrere Teilgesamtheiten unterteilt, die hinsichtlich der untersuchten Merkmale homogener sind als die Grundgesamtheit. Die Auswahl erfolgt dann als einfache Zufallsauswahl (161-4) innerhalb jeder dieser Schichten 2, wobei jeweils unterschiedliche Auswahlsätze (161-5) angewendet werden können. In der mehrstufigen Stichprobe 3 erfolgt die Auswahl in mehreren aufeinanderfolgenden Stufen; aus der Grundgesamtheit wird eine Stichprobe von Auswahleinheiten 1. Stufe 4 gezogen, aus jeder dieser Einheiten eine Unterstichprobe 5 von Auswahleinheiten 2. Stufe 6 entnommen und der Vorgang gegebenenfalls wiederholt. Wenn keine brauchbare Auswahlgrundlage (161-3) vorhanden ist, kann man auf einer Landkarte Gebiete abgrenzen, die von der untersuchten Bevölkerung bewohnt werden, und diese als Einheiten für eine Flächenstichprobe 7 heranziehen.

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Bei einer einfachen Zufallsstichprobe (161-4) erhält man durch das Spiel des Zufalls eine repräsentative Stichprobe 1 d.h. eine Stichprobe, die ein getreues verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit im Hinblick auf die untersuchten Merkmale liefert (abgesehen von Zufallsschwankungen). Im Gegensatz dazu wird beim Quotenauswahlverfahren 2 die Auswahl von vornherein so vorgenommen, daß sie die Grundgesamtheit in bestimmten ihrer Charakteristika widerspiegelt. Jedem Interviewer (204-2) werden Kontingente 3 (absolute Zahlen) oder Quoten 3 verschiedenartiger Elemente vorgegeben, die er in seine Auswahl aufnehmen muß. Innerhalb dieses Rahmens kann der Interviewer die Untersuchungseinheiten frei auswählen, wogegen er bei einer Zufallsstichprobe ausschließlich die zufällig ausgewählten und ihm zugewiesenen Einheiten befragen darf.

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Alle zahlenmäßigen Charakterisierungen einer Population (101-3) sind Parameter der Grundgesamtheit 1. Das Verfahren, mit dem die Werte solcher Parameter aufgrund der Ergebnisse einer Stichprobe (§ 160) bestimmt werden, nennt man statistische Schätzung 2. Die so gewonnenen Schätzwerte (154-3) enthalten Stichprobenfehler 3, deren Größenordnung durch die Standardabweichung (141-9) der Schätzung, den sog. Standardfehler 4 gemessen wird. Um die Sicherheit einer Schätzung anzugeben, fügt man ihr den Vertrauensbereich 5, das Konfidenzintervall 5 bei; dieser zeigt an, innerhalb welcher Grenzen („Mutungsgrenzen”) der wahre Wert einer Größe mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit zu suchen ist. Ein Unterschied zwischen zwei Werten wird als signifikanter Unterschied 6 bezeichnet, wenn die Wahrscheinlichkeit, daß eine mindestens gleiche Differenz zufallsbedingt sein könnte, kleiner ist als ein bestimmter Schwellenwert, der Signifikanzniveau 7 genannt wird. So gilt eine Differenz auf dem 5 %-Niveau als „gesichert”, wenn die Zufallswahrscheinlichkeit geringer ist als 0,05. Zu den Stichprobenfehlern der Schätzung treten noch die Meßfehler 8, Beobachtungsfehler 8 und Antwortfehler 8 hinzu. Diese können zufällig oder systematisch sein. Darunter fallen auch die Interviewerfehler 9, d.s. systematische Fehler, die von den Interviewern bei der Erhebung des Urmaterials gemacht werden.


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