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Kapitel | Allgemeines index 1 | Begriffe und Methoden der Bevölkerungsstatistik index 2 | Bevölkerungsstand index 3 | Sterblichkeit und Krankheit index 4 | Eheschliessung und Ehelösung index 5 | Geburtenhäufigkeit, Fruchtbarkeit index 6 | Bevölkerungswachstum und Reproduktion index 7 | Räumliche Mobilität index 8 | Wirtschafts- und Sozialdemographie index 9
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Unter Bevölkerungspolitik (105-2) werden Maßnahmen (gelegentlich auch die ihnen zugrundeliegenden Zielsetzungen) staatlicher Institutionen verstanden, die sich darauf richten, über eine Beeinflussung der Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderung auf die Entwicklung einer Bevölkerung einzuwirken. Wenn sich diese Politik auf eine Veränderung der Bevölkerungszahl richtet, wird unterschieden zwischen expansiver Bevölkerungspolitik 1, die die Bevölkerungszahl erhöhen bzw. eine Bevölkerungsabnahme 2 oder gar eine Entvölkerung 2 verhindern will, und restriktiver Bevölkerungspolitik 3, der es darum geht, eine Abnahme der Bevölkerung oder eine Verminderung ihrer Wachstumsrate zu bewirken. Man bezeichnet als Pronatalisten 4 jene, die eine Bevölkerungsvermehrung durch eine Erhöhung der Geburten erreichen wollen, und als Antinatalisten 5 solche, die eine Abnahme der Bevölkerungszahl oder der Bevölkerungsvermehrung über eine Verminderung der Geburten anstreben. Bevölkerungspolitik kann auch Bestrebungen und Maßnahmen enthalten, die sich als Bevölkerungsumverteilungspolitik 6 darstellen und auf eine regionale Umverteilung der Bevölkerung gerichtet sind. Letztere kann auch als Teil der Wanderungspolitik 7★ (811-1) aufgefaßt werden. Bevölkerungspolitische Aspekte hat auch die Gesundheitspolitik 8★, die die Morbidität (420-1) und damit auch die Sterblichkeit (401-1) zu reduzieren trachtet.

  • 3. Die Begriffe Malthusianismus (906-1) und Neomalthusianismus (906-2) bezeichnen bestimmte Ausformungen restriktiver Bevölkerungspolitik.

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In vielen Ländern werden Eltern mit Kindern Zuschüsse 1, Beihilfen 1, Zulagen 1, Unterstützungen 1 und Prämien 2 gewährt. Allgemein sind Zuschüsse periodisch wiederkehrende Geldzahlungen, während Prämien lediglich einmal aus einem bestimmten Anlaß bezahlt werden. Familienbeihilfen 3, Kinderzulagen 3, Kinderbeihilfen 3 oder Kindergeld 3 werden regelmäßig an Eltern mit einer bestimmten Anzahl von Kindern ausbezahlt. Im Rahmen der Steuergesetzgebungen vieler Länder werden Steuererleichterungen 4, Steuerabzüge 4 oder Steuerbegünstigungen 4 für Eltern mit abhängigen Kindern gewährt. Andere Formen von Geldbeihilfen sind Mutterschaftsunterstützung 5, Mutterschaftsgeld 5, Geburtengeld 5, Geburtenprämie 5, die anläßlich der Geburt eines Kindes, und Schwangerschaftszulagen 6, die an werdende Mütter gezahlt werden sowie Neuvermählten gewährte Heiratsbeihilfen 7 Familiengründungsdarlehen 7 oder Ehestandsdarlehen 7, um diesen bei der Haushaltsgründung finanziell zu helfen.

  • 5. Man sollte im Rahmen der materiellen Leistungen auch Mutterschaftsurlaubsgeld, Karenzurlaubsgeld (A), Erziehungsgeld erwähnen.

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Die verschiedensten öffentlichen Maßnahmen, wie z.B. Wohnungsbauprogramme oder Maßnahmen beim öffentlichen Gesundheitswesen 1, können demographische Auswirkungen haben. Dienstleistungen für werdende Mütter - z.B. Schwangerschaftsberatungsstellen 2 - können Wesentliches zur Senkung der Totgeburtenhäufigkeit, Säuglings- und Müttersterblichkeit (410, 411, 413, 424-5) beitragen. Dienste, die sich zur Hauptsache an die Mütter wenden, werden Mütterberatungsstellen 3, solche, die eher das Kind unterstützen, Betreuungsdienste für Säuglinge und Kinder 4 genannt.

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Bevölkerungspolitische Programme 1, die sich auf eine Senkung der Geburtenhäufigkeit konzentrieren, bieten Familienplanungsinformationen 2 an und haben Familienplanungsdienste 3 aufgebaut. Diese bestehen für sich alleine oder - was vorzuziehen ist - in Verbindung mit Gesundheitsprogrammen 4 und Programmen der sozialen Wohlfahrt 5, insbesondere zusammen mit Gesundheitsprogrammen für Mütter und Kinder 6. Einige Länder versuchen, ihre bevölkerungspolitischen Ziele zu erreichen, indem sie materielle Anreize 7 oder Begünstigungen 7 bieten bzw. Benachteiligungen 8 oder Belastungen 8 einführen. Sie versuchen, damit die Motivation der Individuen für ein bestimmtes generatives Verhalten (624-1) zu beeinflussen. Auch sozialer Druck 9 und gesetzliche Sanktionen 10 werden manchmal gegen unerwünschtes generatives Verhalten ausgeübt. Für Maßnahmen, die der systematischen Unterrichtung (auch in Schulen) der Bevölkerung in Bevölkerungsfragen, insbesondere über die gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen individuellen generativen Verhaltens dienen, hat sich neuerdings auch im deutschen Sprachraum der Begriff „Population Education 11★“ eingebürgert.


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