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Um die Geschlechtsgliederung 1 (siehe auch 144-4) der Bevölkerung bzw. einer Bevölkerungsgruppe zu untersuchen, setzt man die Zahl der Personen eines bestimmten Geschlechts 2 in Beziehung entweder zur entsprechenden Gesamtbevölkerung oder, was häufiger vorkommt, zur Zahl der Personen des anderen Geschlechts. Da derartige Betrachtungen häufig beim männlichen Geschlecht ansetzen, wird manchmal davon gesprochen, daß man die Maskulinität 3 einer Bevölkerung untersucht. Der Ausdruck Männerquote 4, Anteil der männlichen Bevölkerung 4, bezeichnet dabei den Anteil der Personen männlichen Geschlechts an der Gesamtbevölkerung. Die Sexualproportion 5 gibt das Verhältnis der Zahl der Personen männlichen Geschlechts zur Zahl der Personen weiblichen Geschlechts an.

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Die Begriffe Männer 1 und Frauen 2 werden in der Demographie oft synonym mit den Ausdrücken Personen männlichen Geschlechts und Personen weiblichen Geschlechts gebraucht, obwohl man im allgemeinen vermeidet, sie auf Kinder (323-3) anzuwenden. Die Begriffe Knaben 3 und Mädchen 4 beziehen sich auf Kinder des männlichen bzw. des weiblichen Geschlechts. Der Ausdruck Mensch 5 wird in der allgemeinen Bedeutung von menschlichem Wesen benutzt.

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Das Alter 1 oder genauer Lebensalter 1, chronologisches Alter 1 ist ein grundlegendes Merkmal bei der Untersuchung der Struktur einer Bevölkerung. Es wird im allgemeinen angegeben nach Jahren, oder Jahren und Monaten, oder bei Säuglingen (323-5) sogar nach Monaten und Tagen, gelegentlich auch nach Altersstufen (z.B. die O-bis unter 10jährigen). In der Demographie wird das Alter gewöhnlich auf die Zahl der abgeschlossenen Lebensjahre abgerundet und man spricht dann vom vollendeten Altersjahr 2, erfüllten Altersjahr (CH) 2 (gegebenenfalls vom vollendeten Altersmonat), was dem Alter beim letzten Geburtstag 3 entspricht. Manchmal beziehen sich Bevölkerungsstatistiken auf das im Beobachtungsjahr erreichte Alter 4. In der Versicherungsmathematik wird gelegentlich das Alter beim nächsten Geburtstag 5 verwendet. Das in bevölkerungsstatistischen Erhebungen angegebene Alter 6 wird oft aufgerundet, besonders wenn der Zeitabstand vom Erhebungstermin zum nächsten Geburtstag kleiner ist als zum letzten Geburtstag. Insbesondere für Sterbetafelberechnungen (§432) ist es erforderlich, das genaue Alter 7 zu bestimmen. Bei Volkszählungen ist es üblich, nach dem Geburtsdatum zu fragen, gelegentlich auch nach dem Alter beim letzten Geburtstag oder einfach nach dem Alter. Wenn Bewohner eines Landes nicht in der Lage sind, selbst Altersangaben zu machen, kann es nützlich sein, solche anhand bekannter Ereignisse aus den vergangenen hundert Jahren, d.h. mit Hilfe eines sogenannten historischen Kalenders 8, zu erstellen.

  • 2. Dies entspricht der sogenannten Altersjahrmethode. Bezeichnungen in Tabellen etc. lauten: Im Alter von x bis x+ 1 Jahren oder durchschnittliches Alter x,5 Jahre.
  • 4. Dies entspricht der sogenannten Geburtsjahrmethode. Das in Tabellen etc. angegebene Alter x (z.B. 50) entspricht der Differenz zwischen den Jahreszahlen des Beobachtungsjahres (z.B. 1986) und des Geburtsjahres (z.B. 1936).

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Die Demographie entlehnt dem allgemeinen Sprachgebrauch eine - leider nicht präzise - Terminologie zur Bezeichnung wesentlicher Lebensabschnitte 1. Am Anfang des Lebens steht danach die Kindheit 2, wobei das Wort Kind 3 im allgemeinen eine Person bezeichnet, welche die Pubertät (620-2) noch nicht erreicht hat. Im Hinblick auf die allerersten Lebenstage spricht man von einem Neugeborenen 4, einem neugeborenen Kind 4 (410-3). Das Wort Säugling 5 bezieht sich, genaugenommen, auf Kinder, die noch nicht abgestillt worden sind; aber in der Demographie versteht man darunter Kinder im ersten Lebensjahr. Das Wort Baby 6, womit gewöhnlich ein Kind bezeichnet wird, das noch nicht allein laufen kann, kommt in dieser Form in der Demographie kaum vor; es wird eher synonym mit Geburten oder Neugeborenen verwendet. Als Kleinkinder 7 werden im allgemeinen diejenigen Kinder bezeichnet, die das Schulalter noch nicht erreicht haben. Der Ausdruck Kinder im Schulalter 8 dient häufig zur Bezeichnung von Kindern ab sechs Jahren (vgl. auch 346-6).

  • 5. Der entsprechende demographische Ausdruck ist in der englischen Fassung unter 323-6 (infant) erklärt. Der französische Ausdruck, nourisson” wird in der Demographie fast gar nicht verwendet. Es existiert nur das Adjektiv „infantile”, z.B. in „mortalité infantile” (Säuglingssterblichkeit).
  • 6. Dieses Stadium wird in der Sozialwissenschaft gelegentlich als frühkindliche Phase bezeichnet. Siehe auch Fußnote 5.

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Der Übergang von der Kindheit (323-2) zum Jugendalter 1, zur Jugend 1, Adoleszenz 1, ist durch die Pubertät (620-2) gekennzeichnet. Die Begriffe Jugendliche 2 oder junge Leute 3 bezeichnen im allgemeinen Personen im Jugendalter, d.h. solche, die sich zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter 4 befinden. Als Erwachsene 5 faßt man Personen im Erwachsenenalter auf, wobei dessen Anfang unterschiedlich gewählt wird. Auch der Beginn der Lebensstufe höheres Alter 6 oder schlicht Alter 6 ist nicht einfach zu bestimmen. Häufig wird er mit der Untergrenze des Ruhestandsalters 7 (361-4), Pensionsalters 7, Rentenalters 7 (z.B. ab 60 oder 65 Jahren) gleichgesetzt. Personen, die diese Grenze überschritten haben, bilden die Kategorie der Alten 8, der Senioren 8.

  • 5. Häufig wird hier die juristische Kategorie der Volljährigkeit zugrunde gelegt.
  • 8. Die Ausdrücke Bejahrte, Betagte, Greise, Hochbetagte haben mitunter den Nebensinn der Gebrechlichkeit und unterliegen keiner festen Grenzziehung.

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Die Gliederung der Bevölkerung nach dem Alter erfolgt im allgemeinen nach Altersjahren 1, Altersklassen 1 oder nach Altersgruppen 2, insbesondere fünfjährigen Altersgruppen 3, Fünfjahresgruppen 3, oder auch nach breiten Altersgruppen 4, Altersabschnitten 4, z.B. 0 bis 19 Jahre, 20 bis 59 Jahre, 60 Jahre und älter. Anstelle einer Gliederung der Bevölkerung nach dem Alter wird gelegentlich nach Geburtsjahren 5 gegliedert. Graphisch wird die Altersgliederung 6 der Bevölkerung oft in Verbindung mit der Geschlechtsgliederung (320-1) in einem doppelten Histogramm (155-8) dargestellt, das Altersaufbau 7, Alterspyramide 7, genannt wird.

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Das Durchschnittsalter 1 einer Bevölkerung ergibt sich als arithmetisches Mittel (140-2) des Alters der Mitglieder. Das Medianalter 2, der Zentralwert des Alters 2 (vgl. 140-6) ist jenes Alter, das die nach dem Alter gegliederte Bevölkerung in zwei gleiche Teile teilt. Eine Verschiebung des Altersaufbaus in Richtung eines relativ stärkeren Anteils alter Menschen führt zum Alterungsprozeß 3, zum demographischen Altern 3 (327-1) einer Bevölkerung. Die umgekehrte Entwicklung wird als demographischer Verjüngungsprozeß 4 bezeichnet. Eine demographisch alte Bevölkerung 5 hat einen großen Anteil alter Menschen, eine demographisch junge Bevölkerung 6 einen großen Anteil junger Menschen und Kinder. Das demographische Altern einer Bevölkerung im oben erwähnten Sinn darf nicht mit der bevölkerungsstatistischen Technik, der jahrgangsweisen Fortschreibung (720-5) verwechselt werden. Dieses Verfahren des Alterns 7 besteht darin, daß man einen Bevölkerungsstand mit Hilfe von Überlebenswahrscheinlichkeiten (431-7) fortschreibt, um Schätzungen (§721) und Vorausschätzungen (§720) zu erhalten.

  • 3. Die Begriffe Überalterung, Vergreisung sollten wegen ihres wertenden Charakters hierfür nicht benutzt werden.

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Der Alterungsprozeß (326-3) muß einerseits unterschieden werden vom individuellen Altern 1, andererseits von der Verlängerung der menschlichen Lebensdauer 2 infolge des medizinischen Fortschritts und der Verbesserung der Lebensbedingungen. Unter dem biologischen Alter 3 einer Person versteht man das Alter, dem normalerweise der Zustand ihrer Gewebe und Organe entspricht. Die geistige Reife 4 einer Person verweist auf ihre geistigen Fähigkeiten. Dieser Ausdruck ist vor allem gebräuchlich, wenn die geistigen Fähigkeiten eines Menschen mit den entsprechenden durchschnittlichen Fähigkeiten der Menschen im gleichen Alter verglichen werden. Das chronologische Alter (322-1) eines Menschen ist die Zeit, die seit seinem Geburtsdatum 5 (Tag der Geburt) bis zum Beobachtungszeitpunkt verstrichen ist.

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