The Demopædia Encyclopedia on Population is under heavy modernization and maintenance. Outputs could look bizarre, sorry for the temporary inconvenience

Aus Demopædia

22

Aus Demopædia
Wechseln zu: Navigation, Suche


60px Warning : This page is under construction or needs deeper checking. As long as this shield is here, please consider its contents as provisional.

Please look at the discussion area of this page for deeper details.


Diese Seite ist ein Excerpt der zweiten Ausgabe des mehrsprachigen demographischen Wörterbuches.
Diese Warnung bitte löschen, wenn Sie sie ändern.
zurück nach Einführung | Vorwort | Index
Kapitel | Allgemeines index 1 | Begriffe und Methoden der Bevölkerungsstatistik index 2 | Bevölkerungsstand index 3 | Sterblichkeit und Krankheit index 4 | Eheschliessung und Ehelösung index 5 | Geburtenhäufigkeit, Fruchtbarkeit index 6 | Bevölkerungswachstum und Reproduktion index 7 | Räumliche Mobilität index 8 | Wirtschafts- und Sozialdemographie index 9
Section | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 20 | 21 | 22 | 23 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 40 | 41 | 42 | 43 | 50 | 51 | 52 | 60 | 61 | 62 | 63 | 70 | 71 | 72 | 73 | 80 | 81 | 90 | 91 | 92 | 93

22

220

Gegenstand der Aufbereitung (130-9) sind die bei statistischen Erhebungen gesammelten Beobachtungen (130-3), stammen sie nun aus primär- oder sekundärstatistischen Quellen. Die Gewinnung von Daten aus Unterlagen, die nicht oder erst in zweiter Linie für statistische Zwecke vorgesehen sind (siehe 206-7), bezeichnet man als statistischen Auszug 1. Die Bearbeitung 2 oder Verarbeitung 2 des Urmaterials (221-2*) geschieht manuell 3 mechanisch 4 oder elektronisch 5. Diese Arbeitsweisen können auch kombiniert werden. Bei der manuellen Bearbeitung kann sich die maschinelle Ausstattung auf Tischrechenmaschinen 6 oder Taschenrechner 6 beschränken. Bei der mechanischen Aufarbeitung werden elektromechanische Maschinen (224-2) verwendet, bei der elektronischen Datenverarbeitung Computer (225-2). Unabhängig von der jeweiligen Arbeitsweise müssen bestimmte Aufbereitungsvorgänge 7 durchgeführt werden: Datenerstellung 8, Tabellierung (130-6), Berechnung (§132) und Datenpräsentation 9. Je nach der gewählten Aufbereitungsart sind diese Vorgänge mehr oder weniger komplex.

  • 1. Ein historisches Beispiel sind die Matrikenauszüge (A) (vgl. 214-1 *).
  • 8. Mit dem aus dem Englischen kommenden Ausdruck editieren bezeichnet man einen Vorgang im Zuge der Datenerstellung, bei dem Widersprüche und Fehler in den Rohdaten entweder auf den Urbelegen oder in den maschinenlesbaren Datensätzen bereinigt werden. Im Französischen bezieht sich”Edition” auf die Redaktion der Ergebnisse.

221

Die Datenerstellung (220-8) beginnt für gewöhnlich mit der Verschlüsselung 1, Signierung 1, Kodierung 1, Auszeichnung 1 bestimmter Angaben auf den Erhebungsunterlagen 2, Urbelegen 2 oder auf eigens dafür vorgesehenen Signierbelegen (Kodierblättern). Ein Schlüssel 3 ist eine Entsprechung zwischen einer alltagssprachlichen Angabe und einer Übersetzung in numerische oder nichtnumerische Zeichen, die eine beschleunigte Verarbeitung ermöglichen. Im weiteren Sinne wird unter Schlüssel auch das systematische und alphabetische Verzeichnis der Begriffe und Schlüsselzeichen verstanden (Schlüsselverzeichnis 3, Signierbehelf 3). Es ist sehr häufig so angelegt, daß die letztlich angestrebte Klassierung (130-7) unmittelbar ermöglicht wird. Im Gegensatz dazu ist eine Nomenklatur 4 ein bloßes Begriffsverzeichnis. Die Grenze ist jedoch unscharf, da eine Nomenklatur auch in Form einer Klassifikation 4 dargeboten werden kann, in der jeder Position 5 oder Rubrik 5 eine oder mehrere Klassennummern zugeordnet sind. Nachdem die Angaben verschlüsselt sind, bilden sie einen Datenbestand (einen „File”), d.i. eine besondere Form von Datei (siehe 213-2*), die auf verschiedene Weise verarbeitet werden kann. Die zweite Phase der Datenerstellung besteht in der Datenbereinigung 6, Plausibilitätskontrolle 6, d.i. die Beseitigung von Fehlern durch Prüfung auf Gültigkeit 7(Validität 7) und Konsistenz 7; sie kann innerhalb jeder statistischen Einheit (110-1) oder durch den Vergleich verschiedener Datensätze vorgenommen werden. Die Korrektur der entdeckten Fehler kann durch Nachschau im Urmaterial oder mittels automatischer Verfahren erfolgen.

  • 2. Die Gesamtheit der Erhebungsunterlagen wird auch als Urmaterial bezeichnet.

222

Die erstellten Datenbestände werden selten direkt verwendet, sondern klassiert (130-7) und tabelliert (130-6*), was normalerweise auf die Präsentation der Daten in Form statistischer Tabellen (131-4) hinausläuft. Dies kann durch Sortierung 1, Schlüsselung (CH) 1, geschehen, einem manuellen oder maschinellen Vorgang, bei dem die Elemente einer Gesamtheit nach vorgegebenen Richtlinien eingeteilt werden, oder durch einfache Auszählung (203-2), bei der von den systematisch durchgesehenen Elementen diejenigen mit der gesuchten Eigenschaft festgehalten werden. Beide Vorgänge können sich entweder auf die Werte einer oder mehrerer Variablen oder auf die Ausprägungen 2 eines oder mehrerer qualitativer Merkmale (131-6) beziehen. Nur wenige Untersuchungen kommen ohne Rechenarbeiten aus, seien sie nun einfach oder kompliziert, vereinzelt oder wiederholt. Die Computer ermöglichen heute Berechnungen, die früher mit der Hand viel zu lange gedauert hätten. Dadurch hat sich auch die Anwendung von Methoden der Datenanalyse 3 ausgeweitet. Deterministische und stochastische Modelle sowie Simulationen (siehe § 730) erfordern häufig umfangreiche Berechnungen.

223

Die Datenpräsentation (220-9) zielt darauf ab, die Ergebnisse der Aufbereitung in zweckdienlicher Form zur Verfügung zu stellen: in Auflistungen 1, statistischen Tabellen (131-4), Graphiken (155-2) oder Karten (155-3), die alle bevorzugt in der deskriptiven Statistik 2 verwendet werden. Die Verfahren der Computergraphik 3 und Computerkartographie 3 erlauben zahlreiche Darstellungen der Ergebnisse sowie Versuchsläufe.

224

Die rein mechanische Aufbereitung (220-2) wird nicht mehr angewendet: Die elektronischen Datenverarbeitungsanlagen 1 eröffnen ungleich mehr Möglichkeiten und haben die elektromechanischen Maschinen 2 ersetzt. Zur Übertragung der verschlüsselten (CH: geschlüsselten) (221-1) Angaben auf Lochkarten 3 mit Hilfe der Lochmaschine 4, des Kartenlochers 4, wird die Lochung durch eine Prüfmaschine 5, den Kontrollocher 5, kontrolliert. Diese Maschinen, die schon bei der mechanischen Aufbereitung eingesetzt wurden, sind auch heute in Gebrauch, sofern Lochkarten noch für die Dateneingabe in den Computer (225-2) verwendet werden. Das gilt nicht für die Sortiermaschine 6, die zur Klassierung der Lochkarten diente, und die Tabelliermaschine 7, mit der Zahlentabellen erstellt wurden. Aber auch die Lochkarte wird immer mehr durch direkte Eingabe auf magnetische Datenträger, Bänder (226-4) und Platten (226-5), ersetzt.

225

Zahlreiche demographische Untersuchungen erfordern elektronische Datenverarbeitung 1 und damit den Einsatz des Computers 2. Dessen physische Komponenten heißen Hardware 3, während Software 4 die Mittel bezeichnet, die dem Anwender 5 oder Benutzer 5 den Zugang dazu ermöglichen. Unter den Computerfachleuten 6 sind die Programmierer 7 besonders zu erwähnen; sie schreiben Programme 8, die von Systemanalytikern 9 entworfen werden.

  • 1. Die Abkürzung lautet EDV. Im Amtsdeutsch wird die Bezeichnung automationsunterstützte Datenverarbeitung (ADV) verwendet.

226

Die Hardware (225-3) des Computers (225-2) umfaßt im wesentlichen eine oder mehrere Zentraleinheiten 1, den Arbeitsspeicher 2, einen oder mehrere Massenspeicher 3, darunter Magnetbänder 4 und Magnetplatten 5, sowie eine Reihe von Ein- und Ausgabeeinheiten 6 (siehe 227-5-9). Die Software (225-4) besteht aus dem Betriebssystem 7, das die bestmögliche Nutzung der dem Anwender (225-5) zur Verfügung stehenden Ressourcen 8 (Einrichtungen 8) zur Aufgabe hat, den Anwenderprogrammen 9, Benutzerprogrammen 9 und den Standardprogrammen 10, (das sind Programme (225-8), die für die Lösung typischer Probleme vorgefertigt wurden).

227

Der Anwender (225-5) kann sein Problem lösen, indem er ein Programm (225-8) in einer allgemeinen Programmiersprache 1 (Fortran, Cobol, Basic, Algol usw.) oder in einer speziellen Sprache schreibt, oder indem er die im Arbeitsspeicher (226-2) befindlichen Standardprogramme (226-10) benützt, wie ein Datenbanksystem 2, ein Standardaufbereitungsprogramm 3 oder ein statistisches Programmpaket 4. Die Ein- und Ausgabegeräte (226-6) können je nach der verwendeten Betriebsart verschieden sein. Beim Stapelbetrieb 7 sind es für gewöhnlich der Kartenleser 5 und der Zeilendrucker 6, im Timesharing 9, Teilnehmerbetrieb 9 dient das Terminal 8, Datenendgerät 8 als Ein- und Ausgabeeinheit. In beiden Betriebsarten kann die Eingabe vom Computer räumlich getrennt erfolgen; man spricht dann von Datenfernverarbeitung 10.

228

Die Informationsverarbeitung mittels Computer (225-2) umfaßt im allgemeinen drei Phasen. In der ersten erfolgt die Dateneingabe 1 (Input 1) entweder mit Lochkarten (224-3) oder Online 2 (direkt) über die Tastatur eines Terminals (227-8). Sie bildet einen Teil der Datenerfassung 3, die von den statistischen Auszügen (220-1) bis zum Einlesen auf einen elektronischen Datenträger reicht und gelegentlich auch die Plausibilitätsköntrollen (221-6) einschließt, die bei Online-Eingabe direkt durchgeführt werden können. Bei der anschließenden Phase der Verarbeitung (220-2) der gespeicherten Daten unterscheidet man zwischen numerischer Verarbeitung 4 und nichtnumerischer Verarbeitung 5. Zur ersteren gehören die statistischen und mathematischen Berechnungen, zur letzteren Aufbereitungsvorgänge wie die Klassierung und Tabellierung. In der dritten Phase werden die verarbeiteten Ergebnisse 6 (Output 6) entweder auf dem Zeilendrucker (227-6) ausgegeben oder in einem Massenspeicher (226-3) als Datei für eine eventuelle spätere Verarbeitung abgespeichert. Sie können auch in graphischer Form auf einem Plotter 7 ausgedruckt werden.

* * *

zurück nach Einführung | Vorwort | Index
Kapitel | Allgemeines index 1 | Begriffe und Methoden der Bevölkerungsstatistik index 2 | Bevölkerungsstand index 3 | Sterblichkeit und Krankheit index 4 | Eheschliessung und Ehelösung index 5 | Geburtenhäufigkeit, Fruchtbarkeit index 6 | Bevölkerungswachstum und Reproduktion index 7 | Räumliche Mobilität index 8 | Wirtschafts- und Sozialdemographie index 9
section | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 20 | 21 | 22 | 23 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 40 | 41 | 42 | 43 | 50 | 51 | 52 | 60 | 61 | 62 | 63 | 70 | 71 | 72 | 73 | 80 | 81 | 90 | 91 | 92 | 93