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Repressive Kontrolle

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Repressive Kontrolle  
Definition aus der zweiten Ausgabe (1987)


Der Ausdruck Bevölkerungsdruck 1 ist nur sinnvoll, wenn die Bevölkerungsgröße zu den zur Verfügung stehenden Ressourcen (901-1) in Beziehung gesetzt wird. Hoher oder niedriger Bevölkerungsdruck weist darauf hin, daß die Bevölkerung im Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen sich nahe oder weit weg vom Bevölkerungsmaximum befindet. Folgt man der malthusianischen Bevölkerungstheorie 2 (nach Thomas Robert Malthus), so entsteht im Laufe der Zeit unweigerlich ein Druck der Bevölkerung auf die individuell verfügbaren Subsistenzmittel 3, Unterhaltsmittel 3. Jede Zunahme im Angebot an Unterhaltsmitteln bewirkt danach auch eine Zunahme der Bevölkerung bis sich wiederum ein demographisches Gleichgewicht 4 einspielt, bei dem die Lebenshaltung der Bevölkerung erneut dem physiologischen Existenzminimum 5, dem Subsistenzminimum 5, entspricht. Das demographische Gleichgewicht bleibt erhalten, wenn es gelingt, jegliche Überschußbevölkerung 10★ zu vermeiden. Das Ziel kann erreicht werden entweder durch das Eintreten repressiver Kontrollen 6 oder repressiven Hemmnisse 6, die auch malthusianische Kontrollen 6 genannt werden, wie Hunger, Seuchen, Kriege, oder aber durch Anwenden präventiver Kontrollen 7 oder präventiven Hemmnisse 7, durch ein Leben in sittlicher Enthaltsamkeit 8 oder ein Hinausschieben der Eheschließung 9 bei gleichzeitiger sexueller Abstinenz vor der Eheschließung.

  • 2. Über den eigentlichen Gehalt der Malthusschen Gedanken bestehen in der Bevölkerungswissenschaft Kontroversen. Sie sind nicht zuletzt bedingt durch eine sehr unterschiedliche Fassung seiner Thesen in der ersten Auflage seines Werkes „An Essay on the Principle of Population” (einer gesellschaftlichen Kampfschrift) und in den folgenden Auflagen, die eine ausführliche Behandlung der Problematik auf der Basis umfangreicher Studien und Reiseerfahrungen enthalten. Die erste Auflage verweist lediglich auf repressive Hemmnisse (malthusian checks) (905-6). Im Hinblick auf die in den folgenden Auflagen erwähnten präventiven Hemmnisse (905-7) ist umstritten, ob damit alle Formen willentlicher Geburtenbegrenzung (also auch mit Methoden der Geburtenkontrolle (627-3)) gemeint sind oder nur für der von Malthus direkt erwähnte Begriff „sittliche Enthaltsamkeit” (905-8).
  • 10. Unter Überschußbevölkerung versteht man die zusätzliche Bevölkerung, die in der Makrobetrachtung die durchschnittliche Lebenshaltung des Individuums unter das Subsistenzminimum drückt.


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